Jemand fehlt

Heute habe ich mit Ben Blumen auf unserem Balkon gepflanzt. Zwei Kästen mit bunten Sommerblumen. Es ist das erste Mal, das ich in meiner eigenen Wohnung einen Ort habe, den ich bepflanzen kann. Entsprechend stolz war ich.

Wir haben lange im Baumarkt gestöbert. So viele verschiedene Formen und Farben. Dann hat Ben die Kästen zusammen gebaut und ich habe gepflanzt. Der Geruch der Erde an meinen Händen erinnerte mich an meine Kindheit auf dem Land und an das kleine eigene Beet, das ich in unserem Garten hatte. Und plötzlich war da dieser Gedanke: Wie schön wäre es, wenn unser Kind bei uns wäre, und ich könnte ihm/ihr alles zeigen: die Erde, die Blumen, das Wasser, von dem die Blumen leben und die Bienen, die hoffentlich bald zur Besuch kommen.

So geht es mir in letzter Zeit oft. Es ist nicht mehr so wie während der Behandlungen. Ich bin längst nicht mehr so traurig, nicht so verzweifelt. Ich kann mir vorstellen, ohne Kinder weiterzuleben, und damit meine ich nicht nur irgendwie weiter zu existieren. Und doch ist da immer wieder dieser Gedanke. Jemand fehlt.

 

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s